22. Oktober 2021
5 min
EnJoy living

Was mit Kunst und was mit Kindern

Joy hatte schon immer ein Faible für Kunst, zeichnet für ihr Leben gern, ist passionierte Hobby-Fotografin und sie liebt Kinder. So war es doch zunächst naheliegend, Kunst auf Lehramt in Oldenburg zu studieren. Doch schon nach zwei Semestern war ihr klar, dass isses noch nicht. Sie orientiert sich um und landet schließlich nach erfolgreich bestandenem Test an der FH Osnabrück. Sie beginnt, das seinerzeit relativ neue Fach Media & Interaction Design zu studieren.

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Bild: © privat/Macrovector 

Weils so schön war, studiert Joy gleich nochmal. Nach dem Bachelor of Arts, den die 26-Jährige nach acht Semestern an der FH in Osnabrück für Media & Interaction Design in der Tasche hat, geht sie ins ca. 50 km entfernte Münster und meistert jetzt ihren Master.

Interaction Design: das isses

Jetzt fühlt Joy sich angekommen. Zumindest fachlich. Weil alles so schnell ging, pendelt sie noch. Mit dem Zug vom Elternhaus in Garrel nach Osnabrück.

„Pendeln? Das kann ich keinem empfehlen. Am Anfang des Studiums gehts ja auch darum, die Kommiliton*innen kennen zu lernen. Treffen, ausgehen ... Für mich hieß es immer dann, wenn es am schönsten war: Ciao Leute, muss mich beeilen, damit ich den letzten Zug noch erwische.“

Nachdem Joy dann ein Semester später nach Osnabrück gezogen ist, hat sie dank ihrer positiven und offenen Art den Anschluss schnell gefunden. Sie verbringt viel Zeit in der FH und mit den Kommiliton*innen. Aber auch bei REWE an der Kasse, wo sie sich noch etwas dazu verdient.

„Ich hab kein BAföG bekommen. Meine Eltern unterstützen mich zwar finanziell, aber ich möchte mich auch so gut wie möglich selbst versorgen. Und mir auch mal was gönnen können.“

Nach acht Semestern, einem Praxissemester in Berlin, einem Praktikum in Hannover und einer Bachelorarbeit zum Thema „Nutzerzentrierte Entwicklung einer Customer Journey für ein Immobilienportal ist Joy fertig mit dem Studium und bereit für die Berufswelt. Klar war, nach den vielen unterschiedlichen Wohnorten vor und während des Studiums erst einmal in Osnabrück zu bleiben. Hier findet sie auch ihren ersten Job in einer Osnabrücker Werbeagentur und ist nach sechs Monaten um eine Erfahrung reicher: Das isses nicht.

„Das Gute an dem Studium ist, du kannst danach in viele Bereiche und Unternehmen gehen. In meinem Fall war es allerdings so, dass die Agentur und die Arbeit dort überhaupt nicht meinen Vorstellungen und Fähigkeiten entsprachen.“

 

Bild: © privat

Joy bewirbt sich weiter und … findet nichts. Denn es ist Anfang 2019, Corona kommt und mit der Pandemie auch die Verunsicherung. Die Unternehmen stellen auf Kurzarbeit um und keine neuen Leute ein. „Die Entscheidung, noch den Master dranzuhängen, war eher aus der Not geboren. Besser als nichts. Heute bin ich froh, dass ich es gemacht habe.“

Ihren Master macht sie an der FH Münster. Auch der Liebe wegen. Sie zieht zu ihrem Münsteraner Freund und alles passt auf einmal so gut zusammen. Wären da nicht Corona und der Lockdown:

„Home-Office klingt ja erstmal klasse, aber wenn man gar kein Office hat, sondern nur einen Arbeitsplatz im Schlafzimmer und einen auf der Couch im Wohnzimmer oder bei gutem Wetter auf dem Balkon, dann ist das erst mal eine Herausforderung. Die wir aber gut gemeistert haben. Im Endeffekt sind wir dadurch noch enger zusammengerückt, im doppelten Sinne.“

Auf der einen Seite ist es für Joy praktisch und komfortabel, online zu studieren: So spart sie Zeit und kann sie noch dazu sehr flexibel gestalten, perfekt also, um auch den Nebenjob noch unterzukriegen. Den Joy auch der Pandemie „verdankt“. Sie arbeitet in in einem medizinischen Labor in der Rechnungsverwaltung.

Auf der anderen Seite bedauert sie die Situation aber auch. Praktische, kreative Arbeit in der Uni – so wie sie das noch aus Osnabrück kennt – fällt flach. Man lernt sich über Zoom kennen, aber das ist eben nicht das gleiche wie abends mal zusammen durchs Kreuzviertel zu schlendern oder in der Kneipe zusammen zu hocken. Mittlerweile ist Joy schon im dritten und damit letzten Semester und bereitet sich gerade auf die Masterarbeit vor. Feilt am Thema und freut sich, es dann bald geschafft zu haben.

„Ich hoffe einfach mal, dass mit Ende meines Studiums auch die Pandemie nicht mehr unseren Alltag bestimmt. Ich einen Job finde und dann so richtig durchstarten kann.“

Bild: © privat

Bei Joy ist der Name Programm

Joy ist so positiv wie ihr Name. Egal, was kommt, Joy verliert nie die Freude am Leben und kann einfach jeder Situation immer etwas Gutes abgewinnen. Sogar dem Fahrradfahren. Denn früher ist Joy immer zu Fuß gegangen. Auch Strecken, die andere nicht mal mit dem Rad, sondern mit Auto oder Bus fahren würden. Aber seit sie in der Fahrradstadt Münster lebt, kommt man ums Rad gar nicht rum. Und siehe da:

„Mittlerweile fahr ich richtig gerne Fahrrad. Könnte ich schon fast Hobby nennen. Als Ausgleich zum Zeichnen und Fotografieren vielleicht. Denn das ist und bleibt einfach meine größte Leidenschaft.“

Auf den Punkt ...

Was gefällt dir an deinem Studium besonders?

Mich interessieren beim Design immer die psychologischen Aspekte. Was wirkt wie und warum? Wie beeinflusst Design unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unsere Wahrnehmung? Das finde ich spannend.

Was hast du nach deinem Studium vor?

Kinder wären toll. Also nicht sofort eigene, das hat noch etwas Zeit. Aber der Job sollte halt was mit Kindern zu tun haben. Ich würde gern im Research Bereich arbeiten und kann mir vorstellen, Lernspiele für Kinder zu entwickeln. Und ich weiß, dass ich gerne in ein größeres Unternehmen möchte. Gerne hier im Münsterland.

Hast du noch einen Tipp für Student*innen und solche, die es mal werden wollen?

Praktische Erfahrungen sammeln, wo es nur geht. Mit den FHs in Osnabrück und Münster hatte ich das Glück, dass sie auch super ausgestattet waren. Man kann da – auch handwerklich – eine Menge ausprobieren. Aber auch Praktika sind wichtig. Die Arbeitswelt und die beruflichen Möglichkeiten sind einfach so vielseitig. Je mehr Einblicke du während des Studiums gewinnen kannst, desto mehr hilft es, sich zu orientieren und zu spezialisieren.

 

Bild: © privat

Mach‘s wie Joy ... .

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