1. Dezember 2025
2 min

Besser als ihr Ruf! Private Hochschulen

Diese und andere Vorurteile haben wir alle schon mal irgendwo gehört. 
Wie wahr sind sie denn jetzt eigentlich? 

Porträt eines nachdenklich blickenden Studenten mit schwarzer Beanie vor blauem Hintergrund; Sprechblase „Besser als ihr Ruf!“ – thematisiert Vorurteile und Vorteile privater Hochschulen.
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alle Illustrationen: @ freepik
„Da gehen doch nur die hin, die ein schlechtes Abi haben.“
„Das ist ja eh nur was für Reiche.“
„Da kauft man sich ja nur den Abschluss.“
Drei junge Studierende – zwei Frauen und ein Mann mit Beanie – lehnen sich vor blauem Spind nach vorn und blicken ernst in die Kamera; symbolisiert kritische Auseinandersetzung mit dem Ruf privater Hochschulen.
Schwarz-weiße Zeichnung eines Taschenrechners über einem lila Balken – symbolisiert Faktencheck zu Kosten & Studiengebühren privater Hochschulen.

Fakten checken, 
Fakten schaffen.  


Private Hochschulen werden von gemeinnützigen Trägern oder im Bildungsbereich tätigen Unternehmen betrieben. 

In der Regel bewirbst du dich direkt bei der jeweiligen Hochschule und die Zulassungsvoraussetzungen sind wie auch bei anderen Hochschulen entweder die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder Fachhochschulreife. Manchmal kann auch eine berufliche Qualifikation oder eine Eignungsprüfung zur Aufnahme an der privaten Hochschule führen. Die Zulassungen erfolgen oft im Rahmen eines hochschulinternen Auswahlverfahrens, bei dem – etwa in Assessment‑Centern oder an Bewerber‑ bzw. Aufnahmetagen – durch schriftliche und mündliche Prüfungen, verschiedene Tests und persönliche Gespräche deine Eignung festgestellt wird. Dieses Auswahlverfahren ist möglicherweise auch der Grund für die vergleichsweise niedrige Abbruchquote an privaten Hochschulen: Während die Gesamtabbruchquote aller Hochschulen in Deutschland bei 21 % liegt, sind es bei privaten Hochschulen lediglich 8,1 %.

Weitere Gründe sind die zumeist sehr gute und straffe Organisation an diesen Hochschulen, die kleinen Gruppengrößen und der dadurch mögliche enge Kontakt zu Mitstudent*innen und Dozent*innen. Auf eine*n Dozent*in kommen bei privaten Hochschulen gerade mal 30 Student*innen. 

Schwarz-weiße Darstellung einer leicht geneigten Waage über einem lila Balken – verdeutlicht Gleichwertigkeit und Qualitätsvergleich von privaten und staatlichen Hochschulen.

Gleichwertig  


Seit der Hochschulreform Ende der 90er (Bologna-Prozess) durchlaufen Studiengänge aller Hochschulen den gleichen Akkreditierungsprozess, ein Qualitätssicherungsverfahren, um ein im Europäischen Hochschulraum gleichbleibendes und gleichwertiges Bildungsniveau sicherzustellen. 

Somit können je nach Studiengang alle akademischen Abschlüsse innerhalb der gestuften Studienstruktur auch an privaten Hochschulen erworben werden: der Bachelor-, der Master- und der Doktorgrad sowie in Fächern wie Jura oder Medizin das Staatsexamen als Abschluss. 

Schwarz-weiße Zeichnung zweier Hände im Handschlag über einem lila Balken – steht für enge Praxispartner, Netzwerke und Karrierekontakte an privaten Hochschulen.

Theoretisch super. 
Praktisch erst recht.


Studiengänge an privaten Hochschulen sind oft sehr praxisnah ausgelegt, da sie häufig eng mit Partnern aus der freien Wirtschaft kooperieren. Im dualen Studium finden die Praxisphasen dann in den kooperierenden Unternehmen statt. 

Schwarz-weiße Zeichnung eines Sparschweins über einem lila Balken – symbolisiert Finanzierungsmöglichkeiten und Kosten privater Studiengebühren.

Kosten und Finanzierung


Durchschnittlich kostet zum Beispiel ein Bachelor-Studiengang an einer privaten Hochschule rund 520 Euro pro Monat. Die Kosten sind individuell und variieren von Hochschule zu Hochschule. Durch die straffe und manchmal kürzere Regelstudienzeit relativieren sich die Kosten und können unter bestimmten Voraussetzungen auch steuerlich geltend gemacht und an einigen Hochschulen auch erlassen werden. Sowohl für ein Studium an einer staatlichen als auch an einer privaten Hochschule kannst du unter bestimmten Bedingungen einen Antrag auf Leistungen nach dem BAföG stellen, einen Bildungskredit zu günstigen Zinsen beantragen oder dich um ein Stipendium oder Teilstipendium bewerben, die zum Beispiel von Stiftungen oder auch privaten Hochschulen und von anderen Institutionen vergeben werden. Viele private Hochschulen bieten auch das Modell der nachlaufenden Studiengebühren an, auch „umgekehrter Generationenvertrag“ genannt: Hier zahlst du Studiengebühren erst nach dem Studium, wenn du ein entsprechendes Einkommen hast. 

Schwarz-weiße Illustration eines Balkendiagramms mit aufsteigendem Pfeil über einem lila Balken – verdeutlicht wachsende Studierendenzahlen an privaten Hochschulen.

Tendenz steigend. 


Die Anzahl der Studierenden an privaten Universitäten in Deutschland hat sich in den letzten 25 Jahren verzehnfacht: Während im Wintersemester 2000/2001 lediglich rund 25.000 eingeschriebene Studierende gezählt wurden, sind es im Wintersemester 2024/2025 bereits 383.672 immatrikulierte Privathochschüler*innen. 

Collage: Links Slogan „Erst verstehen, dann bewerten.“ mit Comicsprechblasen „Noch besser informiert!“; rechts lehnt ein Student mit Beanie und Kopfhörer in Bibliothek an Holzschrank, Sprechblase „Und dann bewerben!“ – motiviert zum Informieren und Bewerben an privaten Hochschulen.