18. Oktober 2021
3 min
Medizin und der HAM-Nat Test

Ein gutes Abitur allein reicht nicht, denn viele Universitäten setzen auf Eignungstests. Was es mit dem HAM-Nat auf sich hat, erfährst du hier.

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Ob du einen Studienplatz in Medizin oder Pharmazie bekommst, hängt nicht allein von deiner Abiturnote ab. Zwar ist ein sehr gutes Abitur nach wie vor eine gute Grundlage, doch auch eine 1,0 auf dem Zeugnis ist keine Garantie für eine Zulassung. Universitäten wählen die Bewerber nicht nur nach der Note, sondern auch nach eigenen Verfahren aus: entweder durch das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) oder durch die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ). Das bedeutet zwar, dass du mit einem Spitzenabitur nicht automatisch einen Studienplatz bekommst, ermöglicht dir jedoch andererseits auch mit einem „nur“ guten Abitur eine Chance auf die Zulassung. Der HAM-Nat ist einer der Eignungstests, die im AdH gewertet werden. In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zu dieser Prüfung.

Was ist der HAM-Nat?

Die Abkürzung HAM-Nat setzt sich aus HAM für „Hamburger Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge“ und Nat für „Naturwissenschaftsteil“ zusammen. Bereits aus dem Namen ist ersichtlich, dass vor allem deine Kenntnisse aus den Naturwissenschaften, die du für einen Studiengang in Medizin der Pharmazie benötigst, geprüft werden. Dies betrifft die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Mathematik. Zusätzlich wird getestet, wie es um deine Fähigkeiten in arithmetischem Problemlösen und relationalem Schließen bestellt ist, womit du dein logisches Denkvermögen unter Beweis stellen kannst. Es handelt sich also um einen Wissens- und einen Studierfähigkeitstest, denn ohne logisches Denken hättest du im Medizinstudium Schwierigkeiten. Eine Alternative zum HAM-Nat im Fach Humanmedizin ist der TMS.

Der Test wurde 2008 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickelt und wird durch die Universitäten Hamburg, Greifswald und Magdeburg zur Bewerberauswahl eingesetzt. 60 % der Studienplätze werden anhand der Testergebnisse vergeben, der HAM-Nat spielt also eine wichtige Rolle. Möglicherweise wirst du zusammen mit dem Haupttest auch noch einen zweiten Prüfungsteil ablegen müssen, den HAM-SJT. Das Akronym SJT steht für „Situational Judgement Test“, durch den deine soziale und charakterliche Eignung für die Tätigkeit als Mediziner*in unter die Lupe genommen wird. Wenn du Zahnmedizin studieren willst, ist der HAM-SRT fester Bestandteil der Prüfung. Bei diesem Test wird dein räumliches Vorstellungsvermögen auf die Probe gestellt, da dieses für ein erfolgreiches Studium besonders relevant ist.

Wie ist der HAM-Nat aufgebaut?

Alle Varianten des HAM sind als Multiple-Choice-Tests konzipiert. Für die Auswahl der richtigen Antworten benötigst du etwa drei Stunden und musst dabei 80 bis 120 Fragen bearbeiten. Die genaue Zahl schwankt von Jahr zu Jahr. Dich erwarten beispielsweise Aufgaben zu folgenden Themen:

  • Mathematik: Logarithmen, Dreisatz, Statistik, Volumenberechnung
  • Physik: Mechanik, Elektrizität, Kirchhoff'sche Gesetze
  • Chemie: Zustandsformen von Materie, chemische Reaktionen, organische Moleküle
  • Biologie: Zytologie, Aufbau der DNA, Hormone, Genetik
  • Logisches Denken: figurale Matrizen, arithmetisches Problemlösen, relationales Schließen

Welche Vorteile hat der Test?

Ein bekanntes Manko der deutschen Abiturprüfung ist die mangelnde Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den verschiedenen Bundesländern. Studierfähigkeitstests wie der HAM-Nat räumen solche Ungerechtigkeiten aus, da alle Studienbewerber die Prüfung absolvieren müssen und das Ergebnis stärker gewichtet wird als die Abiturnote. Aufgrund des unabhängigen Bewertungsmaßstabs ist dein Abschneiden in dem Test besser mit den Ergebnissen deiner Mitbewerber vergleichbar. Allgemein wurde festgestellt, dass eine gute Abiturnote wenig geeignet ist, um den Erfolg im Studium vorherzusagen. Eignungsprüfungen hingegen erlauben es, fähige von weniger fähigen Bewerbern zu unterscheiden.

Alles rund um Anmeldung und Vorbereitung

Die Anmeldung ist von Dezember bis Mitte Januar über www.auswahltestzentrale.de möglich. Die Prüfung findet im März des Folgejahres statt. Beachte dabei, dass die Einladung erst wenige Tage vor dem Termin bei dir eingehen kann. Du solltest also sicherstellen, dass dein Briefkasten täglich geleert wird. Da es sich überwiegend um einen Wissenstest handelt und die Fragen sich am Schulniveau orientieren, kannst du dich sehr gut darauf vorbereiten, indem du deine Schulkenntnisse auffrischst. Alternativ kannst du den Online-Lerncampus viaMINT nutzen, der für die Vorbereitung auf den HAM-Nat konzipiert wurde und Original-Aufgaben aus früheren Prüfungen enthält. Die Universität Hamburg bietet mit „eFit fürs Studium“ eine weitere Vorbereitungsmöglichkeit.