18. Oktober 2021
2 min
Medizin-Studium an der Privatuni

Wenn du von einem Studienplatz in Medizin träumst, aber kein perfektes Abitur hast, dann ist eine Bewerbung an einer privaten Hochschule eine denkbare Alternative.

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Wenn du Medizin studieren willst, dein Abiturdurchschnitt aber nicht für eine Zulassung an einer staatlichen Universität ausreicht, dann kannst du trotzdem an einer privaten Hochschule studieren. Diese Hochschulen erheben zwar Gebühren, ermöglichen dir jedoch in der Regel eine Finanzierung, sodass ein schmaler Geldbeutel kein Hindernis darstellen sollte. Die Kosten schwanken dabei zwischen 1.500 bis 11.500 € pro Semester. Welche Privatunis es gibt, wo das Studium stattfindet und welche Nachweise du bei der Bewerbung einreichen musst, erfährst du in diesem Artikel.

An welchen privaten Universitäten kannst du Humanmedizin studieren?

Die Liste der Hochschulen, die ein Privatstudium der Medizin anbieten, wird von Jahr zu Jahr länger. Folgende sieben Unis gibt es bislang:

  • Universität Witten/Herdecke
  • Asklepios Campus Hamburg
  • Universitätsmedizin Neumarkt a.M. Campus Hamburg
  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg
  • Medizinische Hochschule Brandenburg
  • EDU Hochschule für Medizin
  • Kassel School of Medicine

Was musst du vor der Bewerbung wissen?

Bei der Auswahl der Hochschule solltest du beachten, dass nur die Universitäten Witten/Herdecke und Brandenburg deutsche Einrichtungen sind, bei denen du das Staatsexamen ablegst. Alle anderen Lehranstalten haben ihren Sitz im Ausland, unterrichten ihre Studierenden in Deutschland in Niederlassungen und vergeben andere akademische Titel. Diese sind jedoch durch EU-Richtlinien und Abkommen in Deutschland anerkannt, sodass du problemlos ärztlich tätig werden kannst. Dennoch solltest du dir im Vorfeld darüber klar sein, dass du nicht automatisch den Titel „Dr. med.“ tragen wirst. Eine Ausnahme in Bezug auf die Anerkennung stellt lediglich die School of Medicine in Kassel dar, da du einen Teil der Ausbildung in Großbritannien absolvierst und hier auch die Prüfungen schreibst. Aufgrund des Brexits kann es daher zu Problemen kommen.

Welche Bewerbungsunterlagen brauchst du?

Je nach Hochschule variieren die erforderlichen Unterlagen zwar, bei den meisten müssen künftige Studierende jedoch folgendes vorlegen:

  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf
  • beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses
  • Kopie des Personalausweises oder Reisepasses
  • einen Nachweis über ein vierwöchiges bis sechsmonatiges Pflegepraktikum
  • Einzahlungsbeleg der Bewerbungsgebühr

In Kassel kommt noch ein Englischtest dazu. Wenn deine Unterlagen den Ansprüchen genügen, wirst du in der Regel zu einem Auswahltag oder einer Eignungsprüfung eingeladen. Hierbei werden deine Motivation für das Studium, dein Leistungswille und deine naturwissenschaftlichen Vorkenntnisse abgeklopft.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Alle vorgenannten Hochschulen ermöglichen dir auch dann ein Studium, wenn du es nicht komplett selbst bezahlen kannst. Die Optionen reichen dabei von einem Kredit bei der Hamburger Sparkasse AG über einen umgekehrten Generationenvertrag, bei dem du erst während deiner Berufstätigkeit bezahlst, bis hin zu einem Stipendium durch eine Klinik.