18. Oktober 2021
3 min
Das Studium der Tiermedizin: Alles Wissenswerte zur Veterinärmedizin

Viele Schüler*innen träumen davon, mit Tieren zu arbeiten. In diesem Artikel erfährst du, was es mit dem Studium der Tiermedizin auf sich hat.

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Du liebst Tiere, interessierst dich für Naturwissenschaften und Medizin und bringst viel Durchhaltevermögen mit? Dann könntest du mit dem Studium der Tiermedizin, auch Veterinärmedizin genannt, glücklich werden. Dieses anspruchsvolle Studium kannst du in Deutschland an einer von sechs Universitäten jeweils zum Wintersemester aufnehmen. Anschließend hast du vielfältige berufliche Optionen, die mit guten Gehaltsaussichten locken und dir tagtäglich engen Kontakt zu Haus- oder Nutztieren ermöglichen. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige rund um das Studium.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Grundvoraussetzung für die Zulassung ist ein gutes bis sehr gutes Abitur. Wenn deine Durchschnittsnote nicht perfekt ist, kannst du deine Chancen über Wartesemester verbessern. Diese Zeit nutzt du idealerweise, indem du eine der Tiermedizin nahe Ausbildung absolvierst, beispielsweise als Tierpfleger*in, Landwirt*in oder medizinisch-technische*r Assistent*in. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung wird dir bei einigen Universitäten positiv angerechnet. Ein gutes Ergebnis im Test für medizinische Studiengänge, kurz TMS, wird von einigen Hochschulen ebenfalls im Auswahlverfahren berücksichtigt.

Da die Studiengänge bundesweit zulassungsbeschränkt sind, findet die Bewerbung über die Stiftung für Hochschulzulassungen (SfH) statt, die dafür ein Online-Portal eingerichtet hat. Auf dieses kannst du über die Webseite www.hochschulstart.de zugreifen. Für die Bewerbung legst du zuerst ein Benutzerkonto an, das du anschließend aktivierst. Damit die Bewerbung rechtsgültig ist, musst du deine Unterlagen und den Antrag auf Zulassung zusätzlich postalisch an die SfH schicken. Hierbei sind Fristen zu beachten, die du im Internet einsehen kannst. Generell kannst du das Studium nur zum Wintersemester aufnehmen.

Wenn du kein Abitur hast, gibt es eine zweite Möglichkeit, zum Studium zugelassen zu werden: Du schließt eine Ausbildung ab, die der Tiermedizin inhaltlich nahesteht, und arbeitest anschließend drei Jahre lang in diesem Beruf. Danach bewirbst du dich direkt bei deiner Wunsch-Universität. Die Fristen für die Bewerbung und die erforderlichen Nachweise kannst du den Websites der Hochschulen entnehmen.

Wie ist das Studium aufgebaut?

Das Tiermedizinstudium dauert insgesamt elf Semester, ist in zwei Abschnitte gegliedert und fordert dich durch die vielen Prüfungen, die du ablegen musst. Die Inhalte sind durch die Verordnung zur Approbation von Tierärzten geregelt und daher an allen Universitäten gleich. Im ersten Abschnitt, der sich über die ersten beiden Semester erstreckt, erlernst du die naturwissenschaftlichen Grundlagen in folgenden Fächern:

  • Physik
  • Biologie
  • Chemie
  • Botanik
  • Zoologie

Bereits nach dem ersten Fachsemester schreibst du in Physik, Botanik und Zoologie schriftliche Prüfungen, die als Vorphysikum bezeichnet werden. Chemie wird nach dem zweiten Semester mündlich geprüft. In der vorlesungsfreien Zeit absolvierst du das erste von insgesamt 6 Praktika. Diese praktischen Phasen stellen einen wichtigen Teil deiner Ausbildung dar, da die tierärztliche Tätigkeit viel handwerkliches Geschick verlangt, das du nur durch Üben entwickeln kannst. Anschließend folgt der anatomisch-physiologische Abschnitt deines Studiums, der sich über das dritte und vierte Fachsemester erstreckt. Diese Studienphase wird durch weitere Prüfungen, das Physikum, abgeschlossen. Im weiteren Studienverlauf wirst du unter anderem in diesen Fächern unterrichtet:

  • Parasitologie
  • Pharmakologie
  • Milchkunde
  • Lebensmittelhygiene
  • Arzneirecht
  • Chirurgie

In den vorlesungsfreien Zeiten, die sich an die Semester anschließen, erweiterst du dein Können durch zusätzliche Praktika. Vom sechsten bis zum elften Fachsemester legen Studierende Stück für Stück die sogenannte tierärztliche Prüfung ab. Das Studium endet mit Bestehen des ersten und zweiten Staatsexamens. Danach erfolgt die Approbation. Im Anschluss kannst du eine Doktorarbeit schreiben, wenn du den Doktortitel erwerben willst, und danach eine Weiterbildung zum Fachtierarzt anschließen.

Welche beruflichen Möglichkeiten hast du nach dem Studium?

Studierende der Tiermedizin können nicht nur in Praxen für Klein- und Großtiere arbeiten, sondern auch im öffentlichen Veterinärwesen. Dort gibt es beispielsweise Stellen im Tierschutz, der Lebensmittelüberwachung und der Tierseuchenbekämpfung. Die ärztliche Versorgung von Nutztieren, die veterinärpharmazeutische Industrie und die Futtermittelherstellung sind weitere Berufsfelder.