9. Mai 2022
3 min
Auslandsstudium in Österreich

Österreich ist bei deutschen Studierenden sehr beliebt. In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte rund um das Studium im Nachbarland.

international

Wenn du in Österreich studieren willst, hast du viele Gleichgesinnte: Auf einen österreichischen Studienanfänger kommen mittlerweile fünf deutsche Erstsemester. Im weiteren Studienverlauf verringert sich der Anteil der Studierenden aus Deutschland dann und schwankt je nach Jahr und Studienfach zwischen 9 und 14 %. Österreich lockt mit seinem großen kulturellen und historischen Reichtum, der schönen Natur und dem hohen Lebensstandard. Besonders reizvoll für dich als Studierender dürfte jedoch vor allem die Tatsache sein, dass die meisten Studiengänge nicht mit einem Numerus Clausus (NC) belegt sind.

Was musst du generell beachten?

Allgemein gibt es für dich als deutsche*n Staatsbürger*in wenige Hürden, die dich von einem Auslandsstudium in Österreich abhalten könnten. Dank des deutsch-österreichischen Abkommens aus dem Jahr 2002 wird ein Hochschulabschluss, den du im österreichischen Ausland erwirbst, problemlos in Deutschland anerkannt. Im Zuge der Bologna-Reform hat auch Österreich die Abschlüsse auf Bachelor und Master umgestellt, sodass du von einer guten Vergleichbarkeit profitierst. Du hast die Wahl zwischen 22 staatlichen Universitäten, 21 Fachhochschulen und 12 Privatuniversitäten, da dein deutsches Abitur der österreichischen Matura gleichgestellt ist. Hast du „nur“ das Fachabitur, kannst du wie in Deutschland an einer Fachhochschule studieren.

Auch für Universitäten in Österreich gibt es Bewerbungs- und Einschreibefristen, die du unbedingt beachten musst. Informiere dich dafür frühzeitig auf der Webseite der jeweiligen Bildungseinrichtung. Das Studienjahr beginnt generell zum Wintersemester, genauer gesagt zum 1. Oktober. Es ist sinnvoll, wenn du zu diesem Zeitpunkt das Auslandsstudium aufnimmst, weil die Studiengänge in der Regel inhaltlich so aufgebaut sind, dass die Einführungs- und Grundlagenveranstaltungen im Winter stattfinden.

Welche Zulassungsbeschränkungen gelten?

Viele Studiengänge in Österreich sind zulassungsfrei. Die Universitäten und Fachhochschulen haben jedoch inzwischen auf den gestiegenen Anteil ausländischer Studierender, der zu überfüllten Hörsälen geführt hat, reagiert und in einigen besonders stark gefragten Fächern Eignungsprüfungen eingeführt. Dazu gehören beispielsweise folgende Fachbereiche:

  • Psychologie
  • Kommunikationswissenschaft
  • BWL und VWL
  • Pharmazie
  • Biologie
  • Human- und Zahnmedizin

Eine Besonderheit in der Medizin ist die sogenannte Österreicherquote. 75 % der Studienplätze sind für österreichische Studienbewerber reserviert und 20 % werden unter Ausländern aus EU-Ländern verteilt. Nur 5 % gehen an Studierende, die nicht aus der europäischen Union stammen. Zusätzlich muss jeder Bewerber den Eignungstest namens MedAT bestehen, bevor die Zulassung erteilt werden kann. Die Auswahltests sind kostenpflichtig und schlagen mit 50 € bis 110 € zu Buche.

Auch in zulassungsfreien Studienfächern sind die Anforderungen verschärft worden. Selbst wenn du dich ohne Probleme einschreiben kannst, ist dein weiteres Studium noch nicht in trockenen Tüchern. Viele Universitäten haben eine Prüfung nach dem ersten Semester eingeführt, die STOEP (Studieneingangs- und Orientierungsphase) heißt. Der Test prüft das Fachwissen, das du dir im ersten Semester aneignen sollst. Wer diese Prüfung nicht besteht, wird für das Fach an allen österreichischen Hochschulen gesperrt. Du solltest diesen Test also nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Gibt es in Österreich Studiengebühren?

Allgemeine Studiengebühren gibt es für dich als Deutsche*n nicht, solange du die Regelstudienzeit nicht um mehr als zwei Semester überschreitest und an einer staatlichen Hochschule studierst. Den Semesterbeitrag und die Gebühr für die österreichische Hochschüler*innenschaft musst du jedoch bezahlen.

Welche Formalitäten solltest du beachten?

Für das Auslandsstudium in Österreich benötigst du als EU-Bürger*in kein Visum, sondern lediglich deinen Reisepass oder Personalausweis. Wer sich länger als drei Monate in Österreich aufhalten will, unterliegt jedoch der Meldepflicht und muss sich innerhalb von drei Tagen nach Ankunft bei der Bundespolizeidirektion oder Bezirkshauptmannschaft melden. Dabei musst du deinen Ausweis, einen Nachweis deiner Krankenversicherung, die Zulassung der Hochschule und das ausgefüllte Antragsformular einreichen. Deine gesetzliche Versicherung bei deiner deutschen Krankenversicherung bleibt während deines Aufenthalts im österreichischen Ausland ohne dein Zutun bestehen.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten, kannst du Auslands-BAFöG beantragen. Alternativ kommen ein Stipendium oder eine Förderung über den DAAD in Betracht.